Das Ankern – Programmieren mit NLP
Konditionierung (Pawlow und sein Experiment mit Hunden) wird im NLP Ankern genannt. Anker sind Reize, die beim Menschen ganz bestimmte innere Reaktionen bewirken. Das heißt, äußere Reize werden mit inneren Reaktionen verknüpft. Diese Wirkung tritt ein ohne dass das Bewusstsein etwas dazu beitragen muß. Im NLP nutzen wir diese Methode bewusst, indem wir absichtlich gewünschte Gefühlszustände an einen Auslöser ankern. Auf Wunsch ist dieser Zustand zukünftig durch den Auslöser abrufbar. Grundsätzlich kann jeder Sinneseindruck als Anker eingesetzt werden.
Ankerbeispiele:
Das Ankern ist ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Orientierung. Es beeinflußt unser Unbewusstes auf allen Wahrnehmungsebenen (V.A.K.). Bilder (z. B. das Stoppschild, die eigene Wohnungstür, das Auto) sind visuelle Anker. Stimmen, Geräusche (z.B. Lieder im Radio, die Stimme des Chefs) sind auditive; eine Schulterberührung, der Handschlag, der Kuss sind kinästhetische Anker. Der Duft einer Rose, angebrannte Milch, gebrannte Mandeln sind olfaktorische und der Geschmack einer Zitrone, einer Erdbeere, eines Glühweins sind gustatorische Beispiele.
Je mehr Sinneskanäle durch den Anker aktiviert werden um so intensiver wird der Zustand erlebt. Wir ankern ständig! Meist unbewusst. NLP nutzt dieses Prinzip, um innere Zustände zu steuern.
Wie funktioniert das?
Ein ressourcevoller Zustand kann zum Beispiel durch einen kinästhetischen Druck am Arm, etc. geankert werden. Dabei sollte der Anker dann gesetzt werden, wenn das Nacherleben dieser Ressource an Intensität zunimmt. Der Druck des Ankers steigt parallel mit der Stärke des Nacherlebens. Hat die Intensität des Erlebens den Höhepunkt erreicht, wird der Vorgang des Ankerns beendet (grün).
Wenn dieser Anker zu einem späteren Zeitpunkt an der gleichen Stelle und mit dem gleichen Druck aktiviert wird, kommt die Person automatisch wieder in den ressourcevollen Zustand.
Worauf ist zu achten?
Im folgenden finden Sie die Komponenten des Ankerns. Wenn Sie diese genau beachten, wird das Ankern mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit überraschende “Erfolge” für Sie erzielen.
- Intensität des Zustands
- Reinheit des Zustands
- Einzigartigkeit des Ankers
- Zeitpunkt des Ankerns
- Genauigkeit des Ankerns
Jeder aufgeführte Punkt ist wichtig. Wird nur ein Kriterium nicht korrekt ausgeführt, hat das Einfluss auf den Erfolg der Konditionierung. Dazu ein Beispiel aus dem Alltag. Im Coaching wird beim Ankern unter anderem die Frage nach einem Referenzerlebnis gestellt. Zum Beispiel: “Wann waren Sie das letzte Mal in einer Situation in der Sie sich so verhalten haben, wie Sie es sich zukünftig gerne wünschen?” Der Gesprächspartner überlegt kurz und sagt darauf: “Ja, da gab es Situationen.” -> Daraus folgt, dass er mehrere Situationen in seiner Erinnerung gefunden hat. Somit hat sein Gehirn nicht EIN! Referenzbeispiel sondern mehrere. Das heisst, dass beim weiteren Eintauchen in die Ankerübung das Gehirn ständig zwischen mehreren Beispielen hin und her springt. Dadurch kann keine hohe Konzentration stattfinden und der Erfolg des Ankerns bleibt aus.
Das wäre in etwa so, als ob Sie auf eine Kreuzung zufahren und sich überlegen wie Sie fahren: “Links – oder rechts – oder links – oder rechts – oder links…..”
Daher muss der Gesprächspartner eine Situation definieren, die für ihn stellvertretend passend ist. Die anderen Komponenten diskutieren wir in der Ausbildung und/oder hier im Blog unter NLP-(Business) -Practitioner.
Viel Erfolg
Dirk Rauh


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