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Steigerung der Kommunikation durch VAK – 1

VAK ist die Abkürzung für die Sinne visuell (sehen), auditiv (hören) und kinästhetisch (fühlen). Die Sinne olfaktorisch (riechen) und gustatorisch (schmecken) sind im Bereich K integriert. Daher findest du in den meisten NLP-Büchern die Bezeichung VAK. Einige wenige beschreiben die Methode als die VAKOG-Methode.

Was verbirgt sich dahinter?

Eine NLP-Grundannahme sagt: “Kommunikation ist der Austausch sinnlicher Erfahrungen.” Das bedeutet, dass wir als einziges Instrument für die Wahrnehmung der Welt unsere Sinne haben. Diese werden auch Repräsentationssysteme genannt, da sie das wahrnehmungs- und Kommunikations-”System” des Menschen repräsentieren. Je nachdem wie ausgeprägt dies ist,  kann unser Erleben der Welt dementsprechend reichhaltig sein. Ein Blinder, wird die Welt nie mit den “äußeren” Augen wahrnehmen können. Er kann zum Beispiel diesen Text nicht lesen. Dadurch mag vielleicht sein “inneres” Auge, oder sein Gehör- und Tastsinn besser trainiert sein als die eines “Sehenden.” Wenn Sie also die Welt mit Ihren Sinnen wahrnehmen können und das so, wie Sie diese trainiert haben, dann können Sie auch Ihre Erfahrungen nur in dieser erlernten Qualität anderen Menschen mit teilen. Haben Sie zum Beispiel vorwiegend Ihren visuellen Sinn trainiert, werden Sie die Welt durch diese Brille wahrnehmen und auch so kommunizieren. Es ist Ihre erlernte Wahrnehmung und Sprache.

Ist diese Methode wertvoll?

Eine bewährte Frage. Der erste Eindruck in Seminaren ist, dass die Teilnehmer diese Kommunikationstechnik oft unterschätzen. Wie kommt das? Wenn der Fokus nur bei Ihnen bleibt, scheint alles in Ordnung zu sein. Sie sind in Ihrer gewohnten Wahrnehmung und teilen sich dementsprechend “normal” mit. Sobald sich Ihre Konzentration auf den Gesprächspartner richtet kann sich diese Annahme schlagartig ändern. Wenn Sie sich darin eine Zeit lang üben wird sich das bestätigen.
Es ist so tatsächlich so, als ob Sie eine andere Sprache lernen. Stellen Sie sich vor, Sie sind deutschsprachig (synonym für visuell) aufgewachsen. Dann gehen Sie in Frankfurt die Fußgängerzone entlang und ein Engländer fragt Sie: “Can you tell me, where the trainstation is?” (als Synonym für auditiv). Wenn Sie in der Schule englisch gelernt haben, haben Sie zwei Möglichkeiten darauf zu reagieren:
1. Sie bleiben deutschsprachig, schließlich sind Sie ja in Frankfurt und hier wird deutsch gesprochen! Er ist ja selber schuld, wenn er nur englisch kann und dann noch nicht mal weiß, wo´s in Frankfurt zum Bahnhof geht. Sie antworten also: “Ich spreche nur deutsch.” (Also bleiben Sie in Ihrem visuellen System) ODER
2. Sie entscheiden sich jetzt englisch zu sprechen (also hier plakativ in den auditiven Kanal zu wechseln), weil Sie ja flexibel sind. Sie könnten antworten: “Yes, of course. Turn right here and go…..”
-> Und wenn Sie das machen, dann sind Sie immer noch authentisch, denn nur weil Sie jetzt ohne weiteres englisch sprechen können, sind Sie immer noch deutschsprachig. Diese Kleinigkeit nennen wir auch “Wahlfreiheit ist besser als keine Wahlfreiheit.” Beantworten Sie selbst – ist dies wertvoll in der Kommunikation?

Wie kann die bewusste Wahrnehmung das eigene Leben bereichern?

Ganz einfach! Die Natur stellt den meisten Menschen alle fünf Sinne zur Verfügung. Somit haben all jene Menschen die gleiche Option diese Sinne zu schulen. Stellen wir uns vor, Sie beziehen eine fünf Zimmerwohnung für die Sie jeden Monat Miete bezahlen. Für jeden Sinn ein Zimmer. Im Laufe der Zeit haben Sie sich angewöhnt, zwei der fünf Zimmer sehr oft zu benutzen; das dritte Zimmer betreten Sie ab und zu und die letzten zwei Zimmer nutzen Sie so gut wie gar nicht. Das machen die meisten Menschen. Die Miete bezahlen Sie aber für alle fünf Zimmer! Wenn Sie jetzt beginnen, ganz bewusst alle Sinne in Ihr Leben zu integrieren, wird Ihre Wahrnehmung reichhaltiger, die Wohnung mit allem was sie bietet ausgenutzt. Ganz nebenbei finden Sie sich auch zwischen den Zimmern schneller zurecht. In der Praxis heisst das, dass Sie Ihren Kommunikationsstil schneller dem Ihres Gesprächspartners anpassen können – wenn Sie es möchten.

Was – wenn nicht? Was wenn Sie die VAK-Methoden nicht bewusst trainieren?

Wenn Sie die Wahrnehmung diesbezüglich nicht ausbauen, wird vielleicht folgendes passieren. Sie fühlen sich pudelwohl in Ihren zwei Zimmern. Wenn Sie Glück haben, liegen Sie über dem Durchschnitt und bewohnen ab und zu noch das dritte Zimmer. Sie werden Freunde haben, welche ebenfalls eine Fünfzimmerwohnung gemietet haben und genau die gleichen zwei Zimmer bewohnen wie Sie. Mit Menschen, welche die gegensätzlichen Räume bewohnen, werden Sie sich nicht verstehen. Naja, die sind einfach “komisch”. Ihre Freunde werden Ihnen das bestätigen. Somit ist auch alles in Ordnung; es sei denn…
- Sie dürfen (müssen) mit jemandem beruflich oder privat zusammen sein, der zur anderen Kategorie gehört; eine andere Sprache spricht. Jetzt wird´s spannend ;-) .
- Sie jemandem schon das dritte Mal erklärt haben, was er machen soll; aber er es einfach nicht versteht.
- Sie immer wieder bemüht eine angenehme Atmosphäre auf zu bauen, aber die anderen keine Sympathie dafür zeigen und das nicht nachempfinden können.
- und und und
Solche Dinge passieren. In vielfältiger Form. Deshalb gehen wir im 2. Beitrag auf einige VAK-Merkmale ein.

Bis dahin die besten Grüße

Dirk Rauh

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