Teil 1: Ein Teilnehmererfahrungsbericht zu unserem advanced nlp oder…
… zu einem besonderen Seminar – E-in-sich-T. Von Anja Löwe
Ich mache mich!
So also fühlt sich die wunderbare Leichtigkeit des Seins an. So befreiend und gleichzeitig so machtvoll. Sie stellte sich ein nach einer Woche E-in-sich-t, dem Leben in einer neuen Orientierung mit einer neuen Sprache, auf dem Weg zum eigenen Ich in sich.
E-in-sich-T. Nicht nur der Name des Seminars, das die eigene Person ins Zentrum rückte, war ungewöhnlich, auch die Empfehlungen waren es, die mir kurz vor Beginn per Brief ins Haus flatterten.
Handy und Laptop würde ich demnach nicht brauchen, aber einen Spiegel. Statt meine Geschichte mitzubringen sollte ich mir einen neuen Namen überlegen, mit dem ich in diese Woche starten wollte. Ein Blick ins Internet klärte mich zudem darüber auf, dass der Seminarort, eine Burg im Fränkischen, recht abgeschieden lag.
Ich war im Begriff, mich auf ein Wagnis einzulassen: auf die Erfahrung meiner selbst, die Konzentration aufs eigene Ich, auf das Leben in einer neuen Orientierung. Das alles fernab vom Alltag, herausgelöst aus dem gewohnten Gang der Dinge, ohne Termine und Verpflichtungen, die sonst von Außen an mich herangetragen wurden. So etwas konnte nicht ohne Überraschungen abgehen.
Dem ersten Seminartag sah ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Beginn war am späten Nachmittag. Bei meiner Ankunft strahlte die Sonne vom blauen Himmel und unterstrich die traumhafte Lage der Burg. Das Flair der alten Mauern nahm mich sofort gefangen. Die Unsicherheit, wer und wie wohl die anderen Teilnehmer sein mochten, legte sich rasch. Schließlich brachte jeder einen selbst gewählten, noch unverbrauchten Namen mit. Keiner musste sich über seinen Beruf definieren, niemand Erfolge präsentieren. Die Basis für den Start ins Abenteuer war für jeden dieselbe: die eigene Person mit einer für die anderen neutralen Identität. Entsprechend unbefangen konnten wir aufeinander zugehen.
Was ist die Realität?
Unser Seminarleiter gab uns am Abend eine erste theoretische Einführung in die Inhalte. E-in-sich-t als Orientierung hat seine Wurzeln in den USA bei John und Joyce Weir. Das Ehepaar entwickelte eine spezifische Sprache aufgrund der Tatsache, dass kein Mensch die Welt identisch erfährt. Unsere Wahrnehmung der Realität ist grundsätzlich beinflusst von unbewussten Prozessen und individuellen Faktoren wie Lebensumständen, Kultur oder Erfahrung und kann deshalb nie mit der einer anderen Person übereinstimmen. Das heißt, dass wir alles um uns herum subjektiv einordnen, indem wir dem Geschehen aus unserer Wahrnehmung heraus eine bestimmte Bedeutung geben und entsprechend handeln. Wir schaffen also nicht nur unsere eigene Realität, sondern wir schaffen auch uns als (re-)agierende Person: Wir machen uns. Dabei liegt es an uns, ob wir uns als vermeintliche Opfer den Umständen fügen oder selbst aktiv die Fäden in der Hand behalten. Wir müssen uns dessen nur bewusst werden!
Genau das war das Ziel des Seminars. Mit Hilfe der E-in-sich-t-Sprache, könnten wir uns im Lauf der kommenden Woche in einer anderen Orientierung erleben und unser Bewusstsein schärfen, kündigte unser Trainer an: Dadurch würden wir erkennen, wie wir uns machen. John Weir sah für sich selbst als Gewinn die „Freiheit von dem Anspruch, den Bedürfnissen anderer gerecht zu werden.“
Der Ansatz klang vielversprechend. Ich war gespannt auf den nächsten Tag.


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