Teil 3: Ein TNbericht zu advanced nlp oder Einsicht
Im Spiegel
Die E-in-sich-t-Sprache hielt uns den Spiegel vor, unerbittlich. Zeigte, dass wir uns nicht nur in uns selbst spiegeln, sondern auch im Anderen, im Außen, und dass wir uns in unseren Reaktionen darauf unsere eigene Realität zurechtzimmern, in der wir uns einrichten. Wir betrachteten uns real im Spiegel, was lag hinter der äußeren Fassade?
Wir ließen uns von Fragen führen: Wie nehme ich die Umgebung wahr? Welche Bedeutung gebe ich dem Außen? Welchen Mustern folge ich? Wofür nutze ich den Anderen? Welche eigenen Bedürfnisse befriedige ich damit, sogar dann, wenn ich offensichtlich gegen meine Interessen handle? Wir konnten erahnen, worauf wir uns einließen. Aber noch standen wir ganz am Anfang.
Die ersten fassten Mut und teilten sich der Gruppe mit, spontan, was ihnen gerade zu sich oder auch zu anderen einfiel. Über Äußerungen aus der Gruppe wurde der Sprechende auf sich selbst zurückgeworfen. Fragen wie „Warum machst Du Dich so damit?“ und Widersprüche wie „Ich mache das ganz anders in mir“ legten die Spur. Anstoß zum Nach-Denken. Impulse die ankamen, zeigten sich deutlich in der Körpersprache das Angesprochenen. Manchen genügte es, eigene Muster zu bemerken, andere wollten dahinter blicken und machten weiter. Ein Erkenntnisprozess war in Gang gekommen, den jeder so weit mitgehen konnte, wie es ihm entsprach. Die E-in-sich-t-Sprache deckte Zwänge und Mechanismen auf und befreite das Denken. Wir erhielten einen ganz neuen Zugang zur jeweiligen Situation. Wir saßen alle im gleichen Boot und wollten die Chance, die in der Gruppe lag, nutzen, für unseren Erkenntnisgewinn: Wann waren wir (machten wir uns zu) Opfer, wann (zum) Macher?
Wir wurden konkreter. Beispiel Glück. Wenn ich den Kick im Außen suche, wieviel Macht und Kraft gebe ich dadurch ab, in welche Abhängigkeit gerate ich? Welche Energien verschenke ich, aus denen ich schöpfen könnte, wenn ich sie bei mir behielte, und das Glück in mir suchte? Oder warum reagiere ich sauer oder gar verletzt auf jemanden, den ich als arrogant empfinde? Welche Bedeutung gebe ich dieser Person, welche Macht über mich? Ist sie tatsächlich so wichtig? Mache etwa nur ich sie arrogant in mir? Was bringt mir das? Nach welchem Muster reagiere ich? Wäre es mir bewusst, könnte ich mich daraus befreien. Die Macht bliebe in meiner Hand. Ganz unaufgeregt. Wir kamen der Bedeutung des Begriffs Gleichmut näher.
Befreites Selbst
Ich war fasziniert und ließ mich stärker auf den Prozess ein. Rational fühlte ich mich ihm gewachsen und erlebte dennoch emotional ein Chaos. Im Nachhinein kein Wunder. Die Gruppe hielt mir den Spiegel vor, indem sie zurückreflektierte. Ich war mir nicht sicher, ob sie sich überhaupt bewusst war, wie punktgenau sie traf? Möglicherweise lag es an meinem Willen, endlich einmal hinter den Spiegel zu schauen, auf der Suche nach meinem Ich. Ich geriet ins Schwimmen, verlor mich. Eingefahrene Reaktionen wurden lächerlich, ausgeklügelte Sinnkonstruktionen stürzten ein, gewohnte Grenzen brachen weg und machten verletzlich, unbekannte Mosaiksteinchen zeigten sich – ich sah mit anderen Augen. Vor mir fügte sich eine Reihe von Puzzleteilen zu einem ganz neuen Bild, ein Bild, in dem ich mich verändert wiederfand, authentischer, gelöster. Ich war froh über meine innere Stabilität, die mich trotz allem nicht verließ. So konnte ich dem Chaos standhalten, konnte den Zustand der Gefühlsverwirrung aushalten und noch weiter in mich dringen. Ich war auf dem Weg. Was der Gruppe entging, hinterfragte ich selbst, e-in-sich-tig. Ich stieß weiter zu mir vor, tagsüber, nachts, wachend und träumend… Wie mache ich mich? Was steckt dahinter? Und plötzlich fand ich Erklärungen. Wie einfach vieles auf einmal wurde, wie gelassen ich nun mit bestimmten Dingen umgehen konnte, wie manche Ängste sich einfach auflösen, welche Fesseln ich sprengen konnte. Ich entdeckte meine innere Stärke, die Ruhe, sogar Gleichmut. Ich fühlte mich frei, konnte mich neu erleben und genießen. Ich war meinem wahren Selbst ein ganzes Stück näher gekommen……


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